Programmübersicht

  • Termin
    03.10.
    Tag, Zeit, Ort
    Freitag, 17:00
    Galerie

Klosterbüder

Gespräch & Konzert

Am 3. Oktober 2025 lädt die Galerie im Malzhaus ab 17 Uhr zu einem besonderen Abend ein, der Musikgeschichte und Zeitgeschichte miteinander verbindet. Zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit veranstalten das Malzhaus und die Stadt Plauen ein zweiteiliges Programm, das unter die Haut geht.

17 Uhr Stasiknast und Ostseeflucht

In entspannter Atmosphäre, aber mit Tiefgang, erzählen die Musiker Dietrich Kessler und Eberhard Klunker von ihren ganz unterschiedlichen Wegen in den Westen – und von dem, was sie dazu brachte, sich gegen das DDR-System zu stellen. Es geht um Aufbruch, Repression und den Preis der Freiheit.

Moderiert wird das Gespräch von Hartmut Rüffert, einem ausgewiesenen Kenner der DDR-Rockszene, der selbst Teil der Opposition war. Dietrich Kessler war Chef der bekannten Rockband Klosterbrüder, die sich 1975 in Gruppe Magdeburg umbenennen musste. Die Band stellte 1981, einzigartig in der DDR, einen gemeinsamen Ausreiseantrag. Die Folgen waren Berufsverbot und Inhaftierung. Eberhard Klunker begann seine Profi-Laufbahn als Gitarrist bei der Modern Soul Band. Bis zu seiner Flucht 1975 mit seinem Musiker-Kollegen Olaf Wegener arbeitete er unter anderem mit Klaus Lenz, Uschi Brüning, Veronika Fischer und Hansi Bibel zusammen. Hartmut Rüffert war selbst Teil der DDR-Opposition und interessierte sich früh für die sogenannten DDR-Rockmusik, die sich vor allem durch ihre sehr guten und in großen Teilen zeitlosen Texte auszeichnet.


20 Uhr Konzert mit den Klosterbrüdern

1963 von Magdeburger Studenten gegründet, entwickelten sich die Klosterbrüder zu einer der prägendsten Rockbands der DDR. Anfang der 70er stiegen sie ins Profilager auf und erspielten sich mit ihren energiegeladenen Konzerten Kultstatus. Songs wie Fieber oder Lied einer alten Stadt wurden zu Klassikern, Tourneen und Fernsehauftritte folgten.

Doch der Erfolg wurde den Kulturfunktionären zunehmend suspekt. 1975 musste die Band sich auf Druck des Ministeriums in Gruppe Magdeburg umbenennen – eine Maßnahme, die die Musiker zähneknirschend hinnahmen. Doch die Repressionen gingen weiter. 1980 wurde ein Fernsehauftritt in letzter Minute gestrichen – der Grund: Die Haare des Sängers seien „zu lang“. Das Urteil der Verantwortlichen: „Damit seid ihr für das DDR-Fernsehen erledigt.“

1981 stellte die Band gemeinsam einen Ausreiseantrag. Die Antwort: Berufsverbot und Haft. Dietrich Kessler und Hans-Joachim Kneis verbrachten 18 Monate im Stasi-Knast, bevor sie schließlich in den Westen abgeschoben wurden. Das Buch Stasi-Knast dokumentiert diese Zeit eindrucksvoll. Nach 25 Jahren – am 14. Januar 2000 – kehrten die Klosterbrüder mit einem gefeierten Comeback-Konzert in Magdeburg zurück auf die Bühne. Seitdem sind sie wieder regelmäßig live zu erleben – mit neuen Songs, aber auch mit der ganzen Kraft ihrer bewegten Geschichte

 

Angaben zum Preis

Vorverkauf ab 26,- Euro
im Terre und den Geschäftsstellen der Freien Presse
zzgl. Vorverkaufsgebühr

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