Programmübersicht

  • Termin
    10.02.
    Tag, Zeit, Ort
    Dienstag, 20:00
    Galerie

Der Fremde

Regie: François Ozon (F, 2026), Länge: 123 Minuten

François Ozon drückt dem Roman-Klassiker seinen ganz eigenen Stempel auf. In grobkörnigem Schwarzweiß kommen wir dem unscheinbaren Meursault fast unangenehm nah. Er ist das ewige Rätsel: Seine Mutter stirbt, er verliebt sich, er begeht einen Mord – und trotzdem regt sich in ihm nichts. Keine Trauer, keine Leidenschaft, und für die Tat nicht mal ein echtes Motiv. Vor Gericht bricht ihm am Ende genau das das Genick: Nicht nur die Tat selbst, sondern diese absolute Gleichgültigkeit. Aber der Film ist mehr als nur ein Psychogramm. Während Camus Algier oft nur als Kulisse nutzte, macht Ozon den französischen Kolonialismus der 30er Jahre spürbar. Er nutzt die Schwarzweiß-Optik nicht nur für den Zeitgeist, sondern für bildgewaltige, fast künstlerische Aufnahmen. Das Ergebnis ist ein virtuoser Film, der verdammt gut aussieht und zeitlos relevant bleibt.

 

YouTube

Zurück zur Listenansicht