Geschichte
In grauen Vorzeiten
Die um 1200 erfolgte Burggründung der Grafen von Everstein als südöstliche Eckbebauung der Plauener Stadtbefestigung gilt als Grundstein des heutigen Malzhauses. In Folgejahrhunderten gebrandschatzt und abgebrannt, wechselte die Anlage mehrfach den Besitzer, bevor 1730 auf den Resten der alten Burg ein städtisches Malzhaus entstand. Dieses wurde bis 1897 in seiner Funktion genutzt, danach fanden Lager- und Wohnräume ihren Platz in den vier Etagen. Die wechselnde Nutzung setzte sich nach 1945 fort. Sozialistische Handelsbetriebe, wie Centrum Warenhaus und GHG, lagerten ihre Waren in dem notdürftig von Kriegsschäden reparierten Haus ein.
Club Malzhaus ‐ Die wilden Jahre
In dem im Dornröschenschlaf brachliegenden Gebäude entdeckten 1972 der Singeclub Salaspils die Kellerräume für sich, besetzte, renovierte die selbigen und gründete den legendären Club Malzhaus. Es war der Beginn eines regelmäßigen, unkonventionellen Veranstaltungsbetriebes, der sich als ernstzunehmender Faktor in der Plauener Kulturszene etablierte und gleichzeitig den politbürokratischen Staatsorganen ein Dorn im Auge war. Unter dem Vorwand einer Renovierung wurde der Club als konterrevolutionäres Zentrum geschlossen.
Der steinige Weg zum Kulturzentrum
Im Oktober des Wendejahres 1989 gründete sich eine Bürgerinitiative und setzte sich für die Sanierung und kulturelle Wiederbelebung des Malzhauses ein. Bereits sechs Monate später erfolgte der Neubeginn eines regelmäßigen Veranstaltungs- und Cafébetriebs.
Umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten bis zur Jahrtausendwende wandelten das Malzhaus mit Galerie, Veranstaltungsbühnen und Gastronomie in ein Kultur- und Kommunikationszentrum, in einer Ort der Begegnung. Höhepunkte seither waren u.a.:
- 1995 Einweihung Open Air Bühne
- 1996 das Konzert von Rio Reiser
- 1997 der Beginn der Kabarettreihe in der Galerie
- 1998 die Eröffnung des Restaurants im Erdgeschoß
- 2009 der Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler
- 2022 30.FolkHerbst
- 2023 50 Jahre Malzhaus